Wie wirkt die Blutegel-Therapie?
Der Blutegel galt schon im Altertum als «lebende Apotheke». Die Hirudotherapie, wie die Blutegel-Therapie auch genannt wird, ist eines der ältesten Therapieverfahren in der Geschichte der Medizin. Sie zählt zu den Ausleitenden Verfahren und wirkt ähnlich wie ein Aderlass. Die dafür verwendeten Tiere werden speziell für medizinische Zwecke gezüchtet und streng kontrolliert.
Wie läuft eine Behandlung mit Blutegeln ab?
Durch den Biss des Blutegels gelangen bioaktive Substanzen aus dem Speichel des Egels in die Blutbahn. Neben blutverdünnenden, entzündungshemmenden und schmerzstillen Wirkstoffen befinden sich über 100 weitere Substanzen im Speichel. Dieser spezielle Cocktail lindert Beschwerden oft schon nach einer Behandlung. Die Blutegel-Therapie kann für chronische, wie auch für akute Beschwerden am Bewegungsapperat, z.B. bei Kniearthrose oder Tennisellenbogen, erfolgreich eingesetzt werden.
Die wichtigesten 4 Wirksubstanzen im Speichel zusammengefasst:
Hirudin: wirkt gerinnungshemmend, es verhindert die Blutgerinnung und kann zur Vorbeugung von Blutgerinnseln eingesetzt werden.
Eglin: wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend und kann dadurch beim Abbau von Entzündungen helfen.
Calin: ist ein Enzym, es wirkt abschwellend und entzündungshemmend und verdünnt das Blut.
Destabilase: durch die Förderung der Fibrinolyse wirkt dieses Enzym unterstützend beim Abbau von Blutgerinseln.
Histaminänliche Substanzen sorgen für eine lokale Gefässerweiterung und fördern so die Durchblutung.
Die Blutegel-Behandlung hat darüber hinaus eine starkschmerzlindernde Wirkung. In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie äusserst wirkungsvoll bei Knie- und Daumensattel-Arthrose eingesetzt werden kann.
Die Tierchen werden an die im Vorgespräch bestimmten Stellen angesetzt und, wenn sie einmal angebissen haben, bleiben sie dort bis sie abfallen. Der Biss ist in der Regel vergleichchbar mit einem Insektensich oder der Berührung von Brennnesseln, dies lässt aber schnell nach.
Normalerweise dauert die Behanldung zwischen 1,5 bis 2,5 Stunden. Sie sollten deshalb genügend Zeit einplanen und möglichst bequeme, weite Kleidung mitbringen. Am Schluss der Behandlung werden die Bissstellen mit einem saugfähigen Verband eingebunden um die Nachblutung aufzufangen. Die Nachblutung (wird auch als Aderlass bezeichnet) ist ein wichtiger Teil der Therapie und kann bis zu 24 Stunden anhalten.
Wo werden Blutegel sonst noch eingesetzt?
Blutegel werden nicht nur in der Naturheilkunde eingesetzt. Auch die Schulmedizin ist von der Wirkung der Egel überzeugt. In Universitätsspitälern wird sie unter anderem in der Schmerztherapie, Rheumatologie und bei Blutstauungen in der Wiederherstellungs- und Plastischen Chirurgie eingesetzt. Auch in der Tiermedizin werden Blutegel häufig zu Therapiezwecken verwendet.
Dauer der Behandlung
Anamnese und Aufklärungsgespräch 45-60 Minuten
Blutegel-Behandlung ca. 1.5 - 2.5 Stunden
Kosten (nach Tarif 590)
Anamnese und Aufklärungsgespräch 45-60 Minuten (Stundenansatz Fr. 156.–)
Pro Behandlung Fr. 260.– (pauschal)
Zuzüglich Blutegel Fr. 20.– pro Stück
Zuzüglich Verbands- und Verbrauchsmaterial Fr. 10.- pro Behandlung (pauschal)
Wichtig - Kostenübernahme durch Krankenkassen
Die Bezahlung der Behandlungskosten sowie die Abklärung über eine allfällige Kostenbeteiligung aus der Zusatzversicherung (Komplementärzusatz) der Krankenkasse oder Unfallversicherung ist grundsätzlich Sache der Kliente:innen.
Die Blutegeltherapie wird, wenn von eidgenössisch diplomierten Naturheilpraktiker:innen TEN durchgeführt, von den Krankenkassen in der Regel über die Zusatzversicherung unter der Methode «Ausleitende Verfahren» vergütet. Wenn Sie bei Ihrer Krankenkasse anfragen, ob eine Blutegeltherapie bezahlt werde, fragen Sie nach der Methode «Ausleitende Verfahren».
Die 5 wichtigsten Wirkmechanismen der Blutegel-Therapie:
blutverdünnend, was sich positiv auf die Fliesseigenschaften des Blutes auswirkt
schmerzlindernd
entzündungshemmend
Anregung der Bildung von neuem Blut
Verbesserung der Beweglichkeit der behandelten Gelenke
Bei welchen Beschwerden ist eine Blutegel-Therapie sinnvoll?
bei schmerzhaften orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen
bei schmerzhaften Entzündungen an Sehnen und Bändern (Tendinitis, Bursitis)
akute und chronische Gelenkschmerzen, zum Beispiel am Knie (Gonarthrose), Arthrose am Daumensattelgelenk (Rhitzarthrose), Tennisarm (Epicondylitis), Golfer-Ellenbogen sowie Achillessehnen-Entzündung aber auch Gicht
bei Schmerzen an der Wirbelsäule, hervorgerufen durch Bandscheibenvorfall, Hexenschuss, Ischias oder bei schmerzenden Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich oder Frozen Shoulder
Muskelverspannungen und Myalgien
zur Unterstützung bei Bluthochdruck
Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus
Zur Vorbeugung von Durchblutungs-Störungen, Krampfadern und Besenreisern
Blutergüsse, Prellungen, Zerrungen sowie Verstauchungen
zur Unterstützung der schnelleren Heilung von Narben und Verletzungen
Studien und Artikel
Wirksamkeit der Blutegeltherapie bei chronischen Rückenschmerzen
Wirksamkeit der Blutegeltherapie bei Kniearthrose
Blutegeltherapie bei venöser Stauung
Blutegeltherapie bei Krampfadern
Blutegelthrapie Nr. 1 bei Arthrose
Aus der Presse
Die Rückkehr des Medizinischen Blutegels: Blutegeltherapie zur Behandlung der Kniearthrose
Wie gut helfen Blutegel bei Gelenkschmerzen und Arthrose?
Häufig gestellte Fragen
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Während des Saugvorgangs gibt der medizinische Blutegel (Hirudo medizinalis) über seinen Speichel (Saliva) bis zu 200 bioaktive Substanzen ab. Diese wirken stark entzündungshemmend, schmerzlindernd, blutverdünnend und aktivierne den Lymphstrom.
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Sie hat sich besonders bewährt bei Gelenksarthrosen (Knie, Daumensattelgelenk, Hüfte), Tennis- und Golferellenbogen, Achillessehnenentzündungen, Krampfadern, Thrombosen, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und chronischen Rückenschmerzen. Generell kann die Blutegeltherapie bei allen chronsich-entzündlichen Gelenkserkrankungen und muskulären Versapnnungen angewendet werden. Sie kann auch bei Hämatomen, Sportverletzungen, Bluthochdruck oder Krampfadern hilfreich sein.
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Der Biss wird meist nur als kurzes, leichtes Zwicken empfunden, vergleichbar mit einem Mückenstich oder dem Berühren von Brennnesseln, da der Speichel schmerzdlindernde Substanzen enthält, verschwinden diese Symptome jedoch schnell wieder.
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Das Nachbluten ist ein erwünschter, wichtiger Bestandteil der Therapie zur Entlastung des Gewebes. Es kann bis zu 24 Stunden anhalten. In der Praxis wird ein dicker, saugfähiger Verband angelegt um diese aufzufangen.
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Pro Behandlung wird eine Pauschale von Fr. 260.– (Dauer der Behandlung ca. 1.5 –2.5 Std.) zzgl. Fr. 20.– pro Blutegel und Fr. 10.– für Verbrauchs- und Verbandsmaterial verrechnet. Das Anamnesegespräch wird separat zum normalen Stundenansatz von Fr. 156.– (Tarif 590) abgerechnet.
